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Radial-Wellendichtringe
(RWDR) werden mit festem Sitz im Gehäuse oder Gehäusedeckel
eingebaut. Ihre Dichtlippe läuft auf der Oberfläche der
sich drehenden Welle und wird meist von einer
Schlauchfeder (Wurmfeder) radial auf die Wellenoberfläche
gedrückt. Um Verschleiß an der Gummilippe zu vermindern
und die Dichtwirkung zu gewährleisten, werden hohe
Anforderungen an die Beschaffenheit der Wellenoberfläche
gestellt; oft wird deshalb die Welle im Bereich der
Dichtungslauffläche drallfrei geschliffen. Neuere
Bauformen der RWDR haben mitunter keine Wurmfeder mehr
(Membranwellendichtringe) oder verfügen über eine
PTFE-Dichtlippe.
Entgegen
ihrem ursprünglichen Einsatzzweck verwendet man RWDR auch
als Gabeldichtring bei Motorrädern, um Austreten von Öl
und Luft zwischen den Stand- und Tauchrohren zu verhindern
und damit die Funktion des in der Gabel integrierten Dämpfers
sicherzustellen. Beim Ein- und Ausfedern bewegen sich die
Dichtungen hier axial über die (meist verchromten und
polierten) Tauchrohre hinweg.
Bei
Druckunterschieden zwischen den durch die Dichtung
getrennten Bereichen sollte die offene Seite des
Dichtrings dem Bereich mit höherem Druck zugewandt sein.
Die Dichtlippe wird dann durch den Druckunterschied an die
Welle gedrückt. Im umgedrehten Fall kann die Dichtlippe
gegen die Federkraft von der Welle weggedrückt werden.
Die Dichtwirkung geht dann verloren.
Simmerring
Oft wird
ein Radial-Wellendichtring umgangssprachlich auch als Simmerring®
bezeichnet. Diese Produktbezeichnung ist ein eingetragenes
Warenzeichen von Freudenberg Dichtungs- und
Schwingungstechnik, Weinheim.
Simmerring ist
abgeleitet vom Namen seines Entwicklers, dem damals bei
Freudenberg tätigen österreichischen Ingenieur (später
zum Professor ernannt) Walther Simmer. Er entwickelte
dieses zunächst aus Leder und Metall hergestellte Bauteil
1929 in Kufstein, Tirol, Österreich.
(Quelle Wikipedia®) |